Der dritte Teil
des Geheimnisses, das am 13. Juli 1917 in der Cova da Iria, Fatima,
offenbart wurde.
Ich schreibe aus
Gehorsam gegenüber Euch, meinem Gott, der es mir
aufträgt, durch seine Exzellenz, den Hochwürdigsten
Herrn Bischof von Leiria, und durch Eure und meine allerheiligste
Mutter.
Nach den zwei
Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer
Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in
der linken Hand hielt; es sprühte Funken, und Flammen gingen
von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die
Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in
Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten Hand
auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf
die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße,
Buße, Buße! Und wir sahen in einem
ungeheuren Licht, das Gott ist: "etwas, das aussieht wie Personen in
einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen" einen in
Weiß gekleideten Bischof "wir hatten die Ahnung,
daß es der Heilige Vater war". Verschiedene andere
Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen
einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein
großes Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus
Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch
eine große Stadt, die halb zerstört war und halb
zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge
gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen
er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu
Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde
er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen
und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die
Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche
Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und
Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein
jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin
sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten
damit die Seelen, die sich Gott näherten.
Tuy-3-1-1944".
Dies ist der Text des
„Dritten Geheimnisses“ von Fatima, wie er vom
Vatikan am 26. Juni 2000 veröffentlicht worden ist. Nach einer
recht gut begründeten Theorie des „Fatima
Crusader“ (Ausgabe vom Sommer 2000) handelt es sich dabei
jedoch nur um die Hälfte des Geheimnisses. Dieses besteht
demnach aus zwei Teilen: einer Vision, die Schwester Lucia in ihr
Notizbuch niederschrieb (das ist der obige Text) und einer
Erklärung dazu, bestehend aus Worten der Muttergottes.
Letztere schrieb Schwester Lucia separat auf ein Blatt Papier, das sie
in einen Briefumschlag steckte.
„Als
Schlußfolgerung ergibt sich, daß der Augenschein in
überwältigender Klarheit auf die Existenz von zwei
Dokumenten hindeutet. Das eine Dokument umfaßt 4 Seiten
Papier und enthält 62 Zeilen Text, die aus Schwester Lucias
Notizbuch herauskopiert wurden (und nicht als Brief geschrieben sind),
der eine Vision beschreibt, die von den drei Kindern von Fatima
geschaut wurde. Er enthält keine Worte unserer Lieben Frau.
Dieser Text wurde von Schwester Lucia am 3. Januar 1944
niedergeschrieben, am 4. April 1957 dem Heiligen Offizium
übergeben, von Papst Johannes Paul II. am 18. Juli 1981
gelesen (war jedoch nicht der Anlaß für ihn, die
Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens vom 7. Juni 1981
[eigentlich: 13. Mai 1982; Anm.] vorzunehmen), wurde im Heiligen
Offizium aufbewahrt und vom Vatikan am 26. Juni 2000
veröffentlicht. Das andere Dokument ist ein Brief von einer
Seite Umfang, der etwa 25 Zeilen enthält mit den eigenen
Worten Unserer Lieben Frau. Dieser Text wurde von Schwester Lucia am
oder sehr kurz vor dem 9. Januar 1944 niedergeschrieben, am 16. April
1957 dem Heiligen Offizium übergeben, von Papst Johannes Paul
II. im Jahr 1978 gelesen (und war der Anlaß für ihn,
am 7. Juni 1981 [eigentlich: 13. Mai 1982; Anm.] die Weihe der Welt an
das Unbefleckte Herz Mariens vorzunehmen), wurde in der Suite des
Papstes neben seinem Bett aufbewahrt und ist bis zum heutigen Tag nicht
durch den Vatikan veröffentlicht worden“ (Andrew M.
Cesanek im „Fatima-Crusader“, Nr. 64).
Diese Theorie würde einiges erklären. Z.B.
die Frage, warum obige Vision so lange unter Verschluß
gehalten wurde, die doch – zumindest in ihrer offiziellen
Interpretation durch Kardinal Ratzinger – kaum so explosiv
erscheint, daß sie eine so lange Geheimhaltung rechtfertigen
würde. Die eigentliche Brisanz scheint also in dem Kommentar,
in den Worten der Muttergottes, zu stecken, die wir uns hier,
wenigstens ihrem Sinngehalt nach, erschließen
wollen. nach oben
In ihrer vierten Erinnerung, die sie
über die Ereignisse von Fatima im Jahr 1917 niederschrieb,
fügt Schwester Lucia den bereits aus ihrer dritten Erinnerung
bekannten Worten der Muttergottes vom 13. Juli noch folgende bedeutsame
Wendung an: „In Portugal wird sich immer das Dogma des
Glaubens erhalten usw.“ Da diese Worte offensichtlich nach
einer Fortsetzung verlangen und ebenso offensichtlich nicht mehr zum
zweiten Geheimnis gehören, das ja bereits vollständig
enthüllt worden ist, schließen Fatima-Experten wie
Fr. Michel de la Ste. Trinité zurecht daraus, daß
mit ihnen das dritte Geheimnis beginnt.
Wir können daraus zweierlei
entnehmen: Erstens, daß das „Dritte
Geheimnis“ tatsächlich noch Worte der Muttergottes
enthalten muß, die uns der Vatikan bisher unterschlagen hat;
zweitens, in welche Richtung diese Worte gehen werden. Denn wenn hier
betont wird, daß in Portugal das Dogma des Glaubens erhalten
bleibt, dann müssen wir daraus folgern, daß es
anderswo verloren gehen wird. Im Dritten Geheimnis geht es also nicht
um Rußland, nicht um den Dritten Weltkrieg, sondern es geht
um den Glauben, genauer um den Abfall vom Glauben, der offensichtlich
ganze Länder, wahrscheinlich sogar Kontinente
umfaßt. Da ein so umfangreicher Glaubensabfall nicht denkbar
ist ohne ein entsprechendes Versagen der Kirche, ist hier
offensichtlich eine Krise der Kirche mit ausgesagt.
Echte Privatoffenbarung zeichnet sich
dadurch aus, daß sie der allgemeinen Offenbarung, wie wir sie
im Glauben aus der Tradition der Kirche und der Heiligen Schrift
annehmen, nichts Neues hinzufügt. Sie legt lediglich das darin
bereits Enthaltene auf die jeweilige Zeit und ihre Umstände
hin aus. Wir dürfen also davon ausgehen, daß das von
der Muttergottes in Fatima Geoffenbarte bereits in der allgemeinen
Offenbarung vorhanden, also aus der Lehre der Kirche und der Heiligen
Schrift zu erschließen ist.
Ein erster Hinweis ergibt sich aus
den Worten über das „Dogma des Glaubens“,
aus denen wir bereits einen umfassenden Glaubensabfall gefolgert haben.
Finden wir dazu eine Entsprechung in der Offenbarung? Zweifellos, denn
wir kennen aus der Offenbarung den „großen
Abfall“, die große, allumfassende Apostasie, die
als eines der Vorzeichen für das nahende Weltende gilt. In der
Dogmatik von Diekamp wird sie als viertes von sechs solchen Vorzeichen
aufgezählt: „Viele werden, durch falsche Propheten
betört, vom wahren Glauben abfallen, Haß und
Verfolgung wird unter den Menschen entstehen, die Liebe wird erkalten
(Matth 24,4; vgl. 2 Tim 3,1ff). Dieser Abfall wird vom Apostel mit dem
Auftreten des Antichrists in Verbindung gebracht (2 Thess
2,3)“ (Diekamp Bd. III,
S. 420f).
Die von Diekamp zuletzt
angeführte Stelle beim heiligen Paulus lautet:
„Laßt euch nicht so schnell die Besinnung rauben
und euch schrecken, weder durch eine Geistesoffenbarung noch durch ein
angebliches Wort oder Schreiben von uns, als stünde der Tag
des Herrn nahe bevor. Niemand führe euch irre auf irgendeine
Weise. Denn zuvor muß der Abfall kommen und offenbar werden
der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn des Verderbens, der
Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott
heißt oder Gottesverehrung, so daß er sich in das
Haus Gottes setzt und von sich erklärt daß er Gott
sei.“ (2 Thess 2,2-4). Hat die Muttergottes etwa davon
gesprochen?
Wir müssen wohl davon
ausgehen. Zugleich liefert uns diese Stelle einen wichtigen
Anhaltspunkt, wo wir weiter suchen müssen, um den Worten der
Muttergottes bzw. der richtigen Interpretation der von Schwester Lucia
geschilderten Vision auf die Spur zu kommen. Es handelt sich bei den
geschilderten Ereignissen zweifellos um Dinge, die dem Kontext der
„letzten Zeiten“, dem
„Weltende“ zugerechnet werden müssen.
Darüber aber spricht vor allem die Offenbarung des heiligen
Johannes, die „Apokalypse“.
Tatsächlich gibt es auch
Aussagen der Schwester Lucia, die in dieselbe Richtung deuten:
„Schwester Lucia hat auch empfohlen, oft die Apokalypse des
Apostels Johannes zu lesen und zu meditieren. Über das dritte
Geheimnis befragt, hat sie einmal gesagt: ‚Es steht im
Evangelium und in der Apokalypse’. Einmal nannte sie sogar
die Kapitel 8 bis 13 (TVF, Bd. 3, S.515, 533)“ (P.G. Mura:
Rom-Fatima-Moskau; unveröffentlichtes Manuskript). nach oben
Es fällt nicht schwer, die
Vision von Fatima in den Zusammenhang der Symbolik der Apokalypse zu
rücken, so etwa die Vision des Engels, der in der linken Hand
das Schwert trägt, mit der rechten auf die Erde deutet und
dreimal „Buße!“ ruft. Eine
ähnliche finden wir im 10. Kapitel der Offenbarung des
heiligen Johannes: „Der Engel aber, den ich stehen sah auf
dem Meer und auf dem Land, hob seine rechte Hand zum Himmel und schwor
bei dem, der in alle Ewigkeit lebt, der den Himmel geschaffen hat und
was darin ist, und die Erde und was auf ihr ist, und das Meer und was
in ihm ist: ‚Nun wird keine Zeit mehr sein, sondern in den
Tagen, da der siebte Engel seine Stimme erhebt und zu posaunen sich
anschickt, wird das Geheimnis Gottes erfüllt werden, wie er es
verkündet hat seinen Knechten, den
Propheten.’“ (Off 10, 5-9).
Aufschlußreich ist
besonders die „große Stadt, die halb
zerstört war“ und durch die in der Vision der
Seherkinder der Heilige Vater gehen muß, bevor er den Berg
mit dem Kreuz ersteigt. In der Interpretation Kardinal Ratzingers
symbolisiert beides, Berg und Stadt, „die Orte der
menschlichen Geschichte: Geschichte als mühevollen Aufstieg
zur Höhe, Geschichte als Ort menschlichen Bauens und
Zusammenlebens, zugleich als Ort der Zerstörungen, in denen
der Mensch sein eigenes Werk vernichtet. Die Stadt kann Ort der
Gemeinsamkeit und des Fortschritts, aber auch Ort der
Gefährdung und der äußersten Bedrohung
sein. Auf dem Berg steht das Kreuz – Ziel und
Orientierungspunkt der Geschichte.“ Diese sehr
säkulare, etwas freimaurerisch angehauchte und
teilhardistischen Geist atmende Erklärung krankt vor allem an
mangelnder Rücksicht auf die biblische und prophetische
Symbolik. Von Maria als Königin der Propheten dürfen
wir wohl erwarten, daß sie sich ganz im Geist und mit den
Bildern biblischer Prophetie ausdrückt. Was bedeutet die
„große Stadt“? Bedeutet sie wirklich
„Geschichte als Ort menschlichen Bauens und
Zusammenlebens“, „Ort der Gemeinsamkeit und des
Fortschritts“, „Ort der Gefährdung und
äußersten Bedrohung“?
Ein Vergleich mit der Apokalypse
fördert eine ganz andere und viel tiefgreifendere
Erklärung zutage. Dazu müssen wir das 11. Kapitel
heranziehen, wo von der Tempelmessung und den „zwei
Zeugen“ die Rede ist. Hier heißt es: „Und
man gab mir ein Rohr in der Art eines Meßstabs und sagte:
‚Steh auf und miß den Tempel Gottes und den Altar
und die Beter darin! Den Vorhof aber außerhalb des Tempels
laß beiseite und miß ihn nicht; denn er ist den
Heiden gegeben. Sie werden die Heilige Stadt zertreten zweiundvierzig
Monate lang.’“ (Off 11,1f). Weiter ist dann die
Rede von den „zwei Zeugen“, die auftreten und
weissagen werden „zwölfhundertsechzig Tage lang, mit
Säcken bekleidet“. „Wenn sie ihr Zeugnis
zu Ende geführt haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund
heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen, sie überwinden
und sie töten. Ihre Leichen werden liegenbleiben auf der
Straße der großen Stadt, die sinnbildlich Sodom und
Ägypten genannt wird, in der auch ihr Herr gekreuzigt
wurde“ (Off 11,7f). Danach wird geschildert, wie die Feinde
der Zeugen zunächst triumphieren, danach aber die zwei Zeugen
wieder zum Leben erweckt werden und vor den Augen ihrer Feinde zum
Himmel auffahren. „In jener Stunde kam es zu einem starken
Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein, und bei
dem Erdbeben kamen siebentausend Menschen um. Die übrigen aber
gerieten in Furcht und gaben dem Gott des Himmels die Ehre“
(Off 11,13).
Hier ist also dreimal von einer Stadt
die Rede. Das erste Mal heißt sie die „Heilige
Stadt“, in der sich offensichtlich der Tempel befindet. Das
zweite Mal wird sie „große Stadt“ genannt
– genau wie in der Vision von Lucia –, allerdings
mit dem Zusatz: „die sinnbildlich Sodom und Ägypten
genannt wird, in der auch ihr Herr gekreuzigt wurde“. Das
dritte Mal schließlich wird von einer teilweisen
Zerstörung dieser Stadt berichtet, hervorgerufen durch ein
Erdbeben – auch hier wieder ein Anklang an die Vision von
Fatima, wo die Stadt „halb zerstört“ war.
Was ist gemeint mit dieser Stadt?
Sicher nicht der „Ort der menschlichen Geschichte“,
sondern ganz eindeutig Jerusalem, die „Heilige
Stadt“, die Stadt, in der sich der Tempel befand und in der
– bzw. vor deren Toren – unser Herr gekreuzigt
wurde zu einer Zeit, als diese Stadt alles andere als heilig war,
sondern wirklich „sinnbildlich Sodom und
Ägypten“ genannt werden konnte – Sodom als
Inbegriff für Unmoral, Ägypten als Sinnbild
für Götzendienst und Zauberei.
Meint nun der heilige Seher an dieser
Stelle der Apokalypse das historische Jerusalem? Wohl kaum, denn zu dem
Zeitpunkt, da Johannes die Offenbarung niederschrieb, stand das
historische Jerusalem mit seinem Tempel nicht mehr. Es war bereits im
Jahr 70 zerstört worden. Natürlich ist es nicht
auszuschließen, daß der prophetische Blick in die
Zukunft ein wieder hergestelltes Jerusalem geschaut hat, in dem auch
der Tempel wiederaufgerichtet sein wird. Da jedoch alle Visionen des
heiligen Johannes in seiner Offenbarung sich ausschließlich
auf die Geschicke des Volkes des Neuen Bundes, der Kirche, beziehen,
ist die Annahme viel wahrscheinlicher, daß Jerusalem hier
lediglich symbolisch steht für die eigentlich gemeinte
Realität: die Kirche. Diese Ansicht vertritt etwa die
Echter-Bibel: „Die ‚heilige Stadt’
muß daher ebenfalls symbolische Bezeichnung sein und kann nur
die Kirche auf Erden bedeuten“ (S. 50).
Der Kommentar von Arndt in der
„Biblia Sacra“ sieht jedoch die Kirche bereits
durch den Tempel symbolisiert: „Da der Tempel V.1. der Tempel
Gottes heißt, so ist kein wirklich auf Erden vorhandenes
Tempelgebäude, sondern die Stätte bezeichnet, wo Gott
für seine Christenheit hier auf Erden gegenwärtig
ist, seine Kirche. Die heilige Stadt ist zwar um den Tempel gebaut,
aber weiter von ihm entfernt“ (S. 969). Was aber bedeutet
dann die Stadt selber? „Während Jerusalem V.2. die
heilige Stadt genannt wird, weil Gott sie bestimmt hatte heilig zu
sein, wird sie doch in demselben Verse bereits als von dem Tempel und
den wahren Anbetern getrennt dargestellt. Jerusalem ist hier typisch
gesetzt für den Mittelpunkt der Christenheit gegen die Mitte
der letzten Weltwoche. Wo dieser Mittelpunkt sein wird,
darüber besagt der konkrete Name der Vision: Jerusalem nichts,
so wenig wie der Name Babylon betreffs der Hauptstadt der Weltmacht
etwas Bestimmtes nahelegt“ (S. 970).
Nach dieser Auffassung würde
der Tempel die Kirche bedeuten, die Stadt aber den Mittelpunkt der
Kirche, also Rom oder evtl. eine andere Stadt, in die unter der
Verfolgung des Antichristen (denn er ist das
„Tier“, das die „zwei Zeugen“
verfolgt und tötet) der Mittelpunkt der Christenheit verlegt
werden muß.
Wieder eine andere Sicht
präsentiert Eduard Schick in seinem Kommentar zur Apokalypse
in der Reihe „Geistliche Schriftlesung“:
„Als Symbol für die Kirche hätte der
Tempelbezirk bildlich ausgereicht; wenn zusätzlich noch ein
zweites und obendrein dem ersten nicht ganz gleichartiges Sinnbild hier
erscheint, ‚die Heilige Stadt’, so ist anzunehmen,
daß diesem auch eine besondere Bedeutung zukommt. Es liegt
nahe, in dem Doppelsymbol den Doppelbezug der Kirche auf Gott und auf
die Welt angedeutet zu sehen“ (S. 115).
Uns fällt auf, daß
auch die Vision von Fatima eigentlich ein Doppelsymbol verwendet: Stadt
und Berg. Der Berg wird auf seinem Gipfel von einem
„großen Kreuz“ gekrönt, was sich
unschwer auf Golgotha deuten läßt. Symbolisch
erweitert bedeutet er dann die Stätte des heiligen Opfers und
kann somit in der Ebene der Symbolik mit dem Tempelberg in eins gesetzt
werden. Damit hätten wir eine weitgehende Analogie des
Doppelsymbols Tempel/Stadt in der Apokalypse mit dem Doppelsymbol
Berg/Stadt in der Fatima-Vision hergestellt.
Tempel bzw. Berg bedeutet demnach die
Kirche, genauer die Kirche in ihrem Bezug auf Gott, also in ihrem Kult,
der seinen Gipfel und Mittelpunkt im heiligen Meßopfer hat.
Die Stadt, Jerusalem, bedeutet ebenfalls die Kirche, allerdings in
ihrem Bezug auf die Welt, was sich sehr gut deckt mit der Auslegung von
Arndt, der diese Stadt auf Rom bzw. eine andere Stadt mit derselben
Funktion, auf jeden Fall den konkreten und greifbaren Mittelpunkt der
Christenheit in der Welt, deutet.
Damit wäre klargelegt, worum
es im Dritten Geheimnis von Fatima geht. Es geht auf jeden Fall um die
Kirche. Geht es aber auch um eine Krise in der Kirche? nach oben
Es ist wohl eindeutig, daß
das 11. Kapitel der Apokalypse von einer Krise der Kirche spricht. Da
ist zunächst der Tempel, der mit der Meßschnur
gemessen wird, und der Vorhof des Tempels, der „den Heiden
gegeben“ ist, die die „Heilige Stadt
zertreten“ werden „42 Monate lang“. Was
ist damit gemeint?
Laut Arndt geschieht das
„Umschließen mit der Meßschnur, um etwas
als in sich Geschlossenes, von anderem Getrenntes zu
kennzeichnen“ und „kann an sich ein doppeltes Ziel
haben: der Zerstörung oder der Bewahrung. Da hier alles
Übrige hinausgeworfen werden soll, folgt, daß das
Messen der Bewahrung gilt“ (S. 969). Und was ist es, was hier
bewahrt werden soll? „Das eigentliche Tempelhaus, das
Allerheiligste und das Heilige, mit Ausschluß auch des
inneren Vorhofes. Der Altar ist der im Heiligen stehende
Räucheraltar. Die Anbetenden erscheinen auf der einen Seite
als Priester, insofern sie Zutritt zum Heiligen, freien Zugang zu Gott
haben, auf anderer Seite aber als nicht dem Stamme Levi
zugehörig, nicht jüdische Priester, also
priesterliche Christen, die gläubigen Christen“
(ebd.).
Der Tempel des Herodes, der, wie wir
wohl annehmen dürfen, dem heiligen Johannes hier vor Augen
steht, war dreigeteilt: Den Mittelpunkt bildete das Allerheiligste mit
der Bundeslade, das nur einmal im Jahr vom Hohenpriester betreten
werden durfte, daran schloß sich das Heilige mit dem
Räucheraltar, in das nur Priester und Leviten eintreten
durften; schließlich kam der Vorhof, der wiederum dreigeteilt
war in den inneren Vorhof, der den jüdischen Männern
vorbehalten war und auch den Brandopferaltar enthielt, den Frauenvorhof
für die jüdischen Frauen und den Vorhof der Heiden.
Diese drei Vorhöfe also werden zusammen mit der
„Heiligen Stadt“ den Heiden zum
„Zertreten“ übergeben, während
nur das Heilige und das Allerheiligste, das Zentrum und Wichtigste des
Tempels, bewahrt bleiben und die, „die in ihm
anbeten“ – laut Arndt die priesterlichen oder
gläubigen Christen.
Die Echter-Bibel kommentiert diese
Stelle: „Die Szene der Tempelmessung weissagt demnach ein
Doppeltes: die Kirche verliert bei diesem Ansturm der Gottesfeinde an
Boden und Einfluß in der Welt, und zudem wird sie personal
durch einen Massenabfall dezimiert ...; alle halben Christen werden in
großer Zahl der heidnischen Übermacht geistig
erliegen, nur die ganz echten Jünger des Herrn werden sich als
betende Minderheit (vgl. Lk 12,32), geschart um Gott und den
Opferaltar, in Treue bewähren und von Gott behütet
und gerettet werden“ (S. 50).
Schick gelangt unter Einbeziehung des
Doppelsymbols Tempel/Stadt zu folgender Auslegung: „Die
Kirche verliert vollständig ihre kulturell-profane Position in
der Welt, [...] und zurückgedrängt auf ein
‚Sakristeichristentum’, wird sie noch durch einen
Massenabfall (der Ausfall des äußeren Vorhofs)
personell dezimiert; letzteres würde sich mit
diesbezüglichen apokalyptischen Voraussagen an anderen Stellen
des Neuen Testaments decken (Mt 24,10-12; 2 Thess 2,3)“ (S.
115).
Die Situation ist also
tatsächlich die eines großen Abfalls, wie wir es
bereits aus den Worten der Muttergottes über das
„Dogma des Glaubens“ entnommen hatten. Zu diesem
Massenabfall, vor dem nur wenige „ganz echte Jünger
des Herrn“ bewahrt bleiben, die sich „als betende
Minderheit, geschart um Gott und den Opferaltar“, also das
heilige Meßopfer aller Zeiten, „in Treue“
zur Tradition bewähren; zu diesem Massenabfall hinzu kommt
noch der vollständige Verlust der
„kulturell-profanen“ Position der Kirche in der
Welt. D.h. die Kirche wird aus dem öffentlichen Leben
vollkommen verschwinden. Deuten wir die von den Heiden zertretene Stadt
im Sinn von Arndt auf Rom, so ergibt sich die Weissagung von La Salette
ganz von selbst: „Rom wird den Glauben verlieren...“
Sehen wir diese Prophezeiung heute
auch bereits teilweise verwirklicht, so können wir doch nicht
umhin zuzugeben, daß sie im letzten Vollsinn erst noch
erfüllt werden muß. Das heißt die Krise
der Kirche ist noch keineswegs auf ihrem Höhepunkt angelangt.
Denn noch hat die Kirche ihren Einfluß und ihre Stellung in
der Welt nicht gänzlich verloren. nach oben
In dieser Zeit des
äußersten Abfalls und der größten
Bedrängnis werden gemäß der Vision des
heiligen Johannes „zwei Zeugen“ als machtvolle
Propheten auftreten, um von der Wahrheit Zeugnis zu geben,
beschützt von Gott und bezeugt durch Wunder. Wer sind diese
„zwei Zeugen“?
Nach den meisten
Kirchenvätern handelt es sich bei ihnen um Henoch und Elias,
die beide nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift von Gott
„entrückt“ worden sind, also ohne zu
sterben von dieser Erde genommen wurden. Diese werden nach Aussage der
Kirchenväter in jener Zeit wiederkehren, um für Gott
zu streiten.
Was ist die besondere Gemeinsamkeit
von Henoch und Elias, außer daß beide in den Himmel
entrückt wurden? Von Henoch heißt es in 1 Mos
5,21-24 zweimal, daß er „mit Gott
wandelte“. Dies scheint außergewöhnlich zu
sein, da es hier so sehr betont wird und da ihm außerdem als
Lohn dafür die „Entrückung“
zuteil wurde. Wir dürfen also annehmen, daß sein
Wandel mit Gott etwas Besonderes war, weil sonst niemand mehr mit Gott
wandelte. In einer Zeit des Abfalls bewahrte er also die Treue zu Gott.
Ebenso wissen wir von Elias, daß er zur Zeit des gottlosen
Königs Achab von Israel und dessen götzendienerischem
Weib Jezabel im Nordreich wirkte, das damals weitgehend dem Baalskult
verfallen war. Elias selbst bekennt: „Ich habe für
den Herrn, den Gott der Heerscharen, geeifert, denn die Söhne
Israels haben deinen Bund verlassen; sie haben deine Altäre
zerstört, deine Propheten mit dem Schwert getötet,
ich allein bin übriggeblieben, und sie trachten danach, mir
das Leben zu nehmen“ (3 Kg 19,14). Freilich wird er daraufhin
von Gott belehrt, daß es noch weitere siebentausend in Israel
gibt, die „ihre Knie nicht vor Baal gebeugt haben“
(V. 18). Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, daß auch Elias
in einer Zeit massenhaften Abfalls von Gott einer der wenigen bzw.
sogar hervorragender Vertreter derer ist, die Gott die Treue bewahrt
haben.
Die Züge der
„beiden Zeugen“ passen sehr gut auf Henoch und
Elias, besonders auch die Zeichen und Wunder, die sie wirken
– denken wir etwa an die „Macht, den Himmel zu
verschließen, daß kein Regen falle in den Tagen
ihrer Weissagung“, ein deutlicher Anklang an die Geschichte
des Elias (3 Kg 17,1ff; 18,1 u.a.). Auch die Himmelfahrt der beiden,
nachdem sie vom „Tier“ getötet worden
sind, ist nichts anderes als die Vollendung ihrer
„Entrückung“ (vgl. die Himmelfahrt des
Elias im „feurigen Wagen“, 4 Kg 2,11f). Wir
können also der Ansicht der Kirchenväter, unter ihnen
der hl. Johannes Damascenus, Theodoret, Ephrem, Cyrill v. Alexandrien,
Gregor d. Große u.a., ohne weiteres folgen.
Gewiß wäre es auch
möglich, daß es sich bei diesen Zeugen um zwei
andere Propheten handeln wird, die jedoch ganz im Geist des Henoch und
Elias handeln, so wie unser Herr über Johannes den
Täufer sagt, daß in ihm Elias gekommen sei (Mt
17,10-13). Dies wird sich jedoch erst erkennen lassen, wenn es so weit
ist, d.h. wenn die „zwei Zeugen“ wirklich als
Personen in Erscheinung treten.
Es ist jedoch ein Kennzeichen
biblischer Prophetie, daß außer dem direkten Sinn
auch noch ein „weiterer“ Sinn in der Offenbarung
enthalten ist. Diesen weiteren Sinn erschließt uns Schick
folgendermaßen: „Auch in der Epoche
stärkster Beeinträchtigung beziehungsweise der
praktischen Verdrängung aus der Weltöffentlichkeit
wird sich die Kirche nicht selbstgenügsam in das ihr von
außen aufgezwungene Getto einschließen, sondern
trotz äußerster Bedrohtheit im Vertrauen auf die
Bewahrung durch den Allherrscher ihren Sendungsauftrag in und an der
Welt weiter erfüllen. Diese Tatsache ist in dem Bild von den
zwei Zeugen vorausgesagt und allegorisch-symbolisch entfaltet. Weil der
Kirche als oberste Aufgabe obliegt, das Zeugnis Jesu zu bewahren und es
der Menschheit allerorten zu allen Zeiten zu künden,
heißen die beiden Vertreter der Christgläubigen
inmitten der gottlos gewordenen Welt einfachhin Zeugen. Einer in der
Antike, auch im alttestamentlichen Schrifttum, häufigen
literarischen Gewohnheit entsprechend, Gemeinschaften wie
beispielsweise eine Stadt in einer fiktiven Einzelgestalt symbolisch
darzustellen und zu charakterisieren, werden wir die zwei Zeugen
zunächst als Sinnbild für die Kirche in ihrer
Gesamtheit aufzufassen haben. Die Doppelung ihrer Gestalt ist hier
nicht durch unterschiedliche Individualisierung bedingt, denn alle
Aussagen zu Erscheinung und Wirksamkeit gelten undifferenziert von
beiden Zeugen. Äußerlich könnte die
Zweizahl durch Abhängigkeit von der Vorlage bei Zacharias
(Zach 4,2-14) veranlaßt sein, deren Elemente allerdings von
Johannes sonst frei benutzt und zu einem eigenständigen Bild
umgestaltet sind. Wahrscheinlich jedoch soll aufgrund eines antiken
Rechtssatzes: ‚Durch zweier Zeugen Mund wird alle Wahrheit
kund’ (vgl. Dt 19,15; Mt 18,16; 2 Kor 13,1; 1 Tim 5,19) mit
der Verdoppelung die Besonderheit ihrer Glaubwürdigkeit
besonders unterstrichen werden. Hauptinhalt ihres Zeugnisses ist der
prophetische Ruf zur Bekehrung, wie es ihre Kleidung (das Trauer- und
Bußgewand; vgl. Gen 37,34 ...) anzeigt und sich
übrigens auch aus der Situation ihres Auftretens ergibt. Die
Kirche wird demnach die Aufforderung zur Umkehr auch während
der Zeit, in der ‚die Heilige Stadt’ den Heiden
preisgegeben ist (...), das ist in der Epoche des Massenabfalls der
Gläubigen, nicht verstummen lassen“ (S. 117).
Kurz, auch in der Zeit des
großen Glaubensabfalls, in der Krise der Kirche, wird es
nicht an einer zwar geringen, aber ausreichenden und vor allem durch
entsprechende Zeichen in ihrer Glaubwürdigkeit
bestätigten Zahl von Gläubigen (ob Priestern,
Ordensleuten oder Laien) fehlen, die nach wie vor am Glauben und an der
Tradition festhalten, die Wahrheit bezeugen und zur Umkehr mahnen.
„In Portugal wird sich das Dogma des Glaubens immer
erhalten...“ – Der Engel, der den
„Bewohnern der Erde“ mit lauter Stimme zuruft:
„Buße! Buße! Buße!“...
Kein Wunder, daß diese
„zwei Zeugen“ den gottlos gewordenen Menschen
„ein Stachel im Fleisch“ und daher lästig
sind. Sie werden deshalb bekämpft, und zwar vom Antichrist,
der sie schließlich auch besiegen und töten wird.
„Je nachdem nun in 13,1 ff
das Tier aus dem Abgrund als Individuum (‚der
Antichrist’) anzusehen ist oder nicht, wird dasselbe auch
hier von den zwei Zeugen angenommen werden dürfen, die von dem
Tier umgebracht werden. Die Weiterführung ihrer Beschreibung
im folgenden scheint die Annahme zu begünstigen, daß
die Weissagung unseres Textes, obwohl sie sicherlich zunächst
ganz allgemein das Schicksal der Kirche in der Endzeit beschreibt,
zusätzlich für die besonders schwierige Lage vor dem
Ende der Zeit zwei konkrete prophetische Gestalten verheißt,
die der Kirche in der Auseinandersetzung mit der ebenso konkreten
Gestalt des Antichrist beistehen werden“ (Schick S.
120). nach
oben
Nach der Tötung der beiden
Zeugen, heißt es, bleiben ihre Leiber unbeerdigt liegen
„auf der Straße der großen Stadt, die
sinnbildlich Sodom und Ägypten genannt wird, in der auch ihr
Herr gekreuzigt wurde“ (11,8).
Nach Arndt ist dies „die
Stadt, in welcher jene Zeugen ihre Wirksamkeit gehabt haben und in der
das Tier, das dort wohl seinen Sitz hat, sie getötet
hat“. Dies erinnert an die Worte der Muttergottes in La
Salette: „Rom wird den Glauben verlieren und Sitz des
Antichristen werden.“ Doch weiter bei Arndt: „Nach
V. 9 ist es eine Stadt, in der Leute aus allen Völkern wohnen
und zusammenkommen. Ihrer geistigen Beschaffenheit, ihrem Versunkensein
in die Sünde nach, die bis zur Gewalttätigkeit gegen
Gottes Diener und Volk fortschreitet, verdient sie Sodoma und
Ägypten genannt zu werden und wie jene dem Gerichte zu
verfallen, während Gottes Diener errettet werden. Der Stadt
wird eine Mitschuld am Tode der beiden Zeugen beigemessen.
Während Jerusalem in V.2 die heilige Stadt genannt wird, weil
Gott sie bestimmt hatte heilig zu sein, wird sie doch in demselben
Verse bereits als von dem Tempel und den wahren Anbetern getrennt
dargestellt. Jerusalem ist hier typisch gesetzt für den
Mittelpunkt der Christenheit gegen die Mitte der letzten Weltwoche.
[...] In V.8 wird Jerusalem die große Stadt genannt, um auf
die Menge der Gottesfeinde hinzuweisen, welche auch die Wahl des Landes
Ägypten als Name versinnbildet (Hieronymus)“ (S.970).
Wenngleich also der Antichrist und
seine Vorhut die eigentlich treibende Kraft sind, so wird doch auch das
vom Glauben abgefallene Rom, das die eigene Tradition verfolgt,
mitschuldig am Tod der „beiden Zeugen“ und wird
dafür von Gott zur Verantwortung gezogen.
Vergleichen wir hierzu die
Echter-Bibel: „Der tödliche Haß, der in
den Bewohnern der ‚großen Stadt’ gegen
die Zeugen brannte, glüht noch nach in der Schmach, die sie
ihnen nach dem Tode antun; ihre Leichen bleiben 3 ½ Tage
– das Unheilszeitmaß der gebrochenen Sieben, hier
verkürzt im Vergleich zu V.3 – auf der
Straße liegen und dürfen nicht bestattet werden,
eine Maßnahme, die für antikes Fühlen
tiefste Entehrung bedeutete. Diese Schändung nehmen
Angehörige aller Völker im Augenschein mit Freuden
zur Kenntnis; der Schauplatz des Geschehens weitet sich also
über den geographischen Rahmen einer Stadt hinaus, an das
historische Jerusalem ist demnach nicht zu denken. Die Gottlosen
(‚Bewohner der Erde’) jubeln, daß die
lästigen Bußprediger, die ihr Gewissen
ständig beunruhigten, endlich mundtot gemacht sind; als
Ausdruck ihrer Freude senden sie sich gegenseitig Geschenke, wie es die
von ihren Feinden erlösten Juden zur Zeit des Königs
Assuerus getan hatten. Die Stätte der Wirksamkeit der beiden
Zeugen, ihres Todes und ihrer Schändung ist dieselbe; 11,2
hieß sie noch die ‚heilige Stadt’, jetzt
nach der Preisgabe an die Heiden wird sie die
‚große Stadt’ genannt; der Zusatz
‚wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde’ beweist,
daß dem Apostel wie in V.2 wohl die konkrete Vorstellung von
Jerusalem vorschwebt, aber hier wie dort versteht er sie in
übertragenem Sinn. Infolge des Einbruchs der Heiden, des
Abfalls der großen Masse und ihres Versinkens in heidnische
Lebensart hat die verweltlichte Kirche nicht bloß den Namen
‚die heilige Stadt’ verwirkt, auf sie passen wegen
ihrer Lasterhaftigkeit und Verstocktheit nur noch die symbolischen
Namen Sodoma und Ägypten, die als Typen der Gottlosigkeit
galten“ (S. 51f).
Schick schreibt zur
„großen Stadt“: „Die
Stätte ihres Wirkens, die den Heiden preisgegebene
‚Heilige Stadt’ (11,2), heißt jetzt nach
dieser Untat ‚die große Stadt’ wie
später Babylon, die Hauptstadt des Antichrist (...). Wie es
jetzt in ihr aussieht und zugeht, ist mit den als
‚geistig’ (symbolisch) bezeichneten Namen Sodoma
und Ägypten angedeutet. Sodoma dient der prophetischen
Literatur als Urbild sittlicher Verkommenheit (vgl. Is 1,9; ...), und
Ägypten ist ebenda der Typus für Tyrannei und
Verstocktheit (Weish 19,13-17). Auch die Zusatzbemerkung über
die Kreuzigung Jesu ist wie alles andere hier symbolisch zu verstehen.
An dem Bild von Jerusalem – zu Beginn des
Zwischenstücks (11,1-2) zunächst Sinnbild
für das Ineinander von Welt und Kirche – hatte
Johannes die Zurückdrängung der Kirche aus der Welt
dargestellt; das Stadtgebiet und ein Teil des Tempelbezirks gingen in
Feindbesitz über. Den Umstand nun, daß in dem
historischen Jerusalem der Herr gekreuzigt worden war, nimmt der Seher
zum Anlaß für die Feststellung, daß
dieselben Mächte, welche Ursache des Todes Jesu waren, auch
hinter der Verfolgung seiner Kirche am Werk sind. Jesu Tod setzt sich
fort im Martyrium seiner Gläubigen; die Kirche ist ja bereits
in den ältesten Dokumenten christlicher Theologie ihrem Wesen
nach als Leib Christi definiert, dem die Gläubigen wie Glieder
angehören (Röm 12,4f; 1 Kor 6,15; 10,16f; 12,12-14;
Eph 1,23f u.ö.)“ (S. 121).
Die Situation innerhalb der Kirche
hat sich also im Verlaufe des Massenabfalls und im Gefolge des
Auftretens der „zwei Zeugen“ noch einmal dramatisch
verschlimmert. Aus der bereits vom Abfall betroffenen
„heiligen Stadt“ ist infolge ihrer Verstocktheit
gegen die Bußpredigt und ihrer Mitschuld bei der Verfolgung
und schließlichen Tötung der lästigen
Zeugen die „große Stadt“ geworden, die
aufgrund ihrer Verkommenheit nur noch mit „Sodoma und
Ägypten“ verglichen werden kann. Sie ist reif
für das Gericht.
Der Hinweis auf die
Kreuzigungsstätte unseres Herrn deutet nicht nur hin auf die
Feinde der Kirche, die dieselben sind, die auch den Herrn gekreuzigt
haben, sondern auch auf den Weg, den die Kirche wird gehen
müssen. Es ist derselbe Weg, den unser Herr Jesus Christus
gegangen ist, der Weg hin zum Kreuz, zum Martyrium. Und genau auf
diesem Weg sieht die Vision von Fatima schließlich den Papst,
die Bischöfe und Ordensleute gehen, nachdem die
„große Stadt“ zum Teil zerstört
worden ist. nach
oben
Über das weitere Schicksal
der beiden Zeugen heißt es in der Apokalypse: „Doch
nach dreieinhalb Tagen fuhr Lebensgeist von Gott her in sie, und sie
stellten sich auf ihre Füße, und große
Furcht fiel über alle, die sie sahen. Und sie vernahmen eine
laute Stimme, die ihnen vom Himmel her zurief: ‚Steigt hier
herauf!’ Und sie stiegen zum Himmel empor in der Wolke, und
ihre Feinde sahen ihnen zu. In jener Stunde kam es zu einem starken
Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein, und bei
dem Erdbeben kamen siebentausend Menschen um. Die übrigen aber
gerieten in Furcht und gaben dem Gott des Himmels die Ehre“
(Off 11,11-13). Im Vergleich dazu noch einmal die entsprechende Stelle
aus der Vision von Fatima: „Bevor er dort ankam, ging der
Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb
zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von
Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen
der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete.“
Dazu Arndt: „In der Stunde,
in welcher das V.12 Erzählte geschah, brach auch das
Gottesgericht herein. Dasselbe beginnt bei dem Hause Gottes (1 Petr
4,17). Die Kirche wird um die Mitte, die Welt am Ende der letzten
Weltwoche ins Gericht gerufen. – Wie über Jerusalem,
so ergeht auch über Babel 16,19 das Gericht. Während
aber von Babel 16,19 drei Teile fallen, das übrige von einem
Mühlstein vernichtet wird und alle ihre Einwohner umkommen,
fällt von der Christenstadt nur der zehnte Teil; es sind ja
noch Anhänger der beiden Zeugen da, und die übrigen
tun Buße“ (S.971).
Die Echter-Bibel: „Der
Triumph der Gottlosen ist von kurzer Dauer; die Zeugen werden von Gott
wieder zum Leben erweckt und vor den Augen ihrer Feinde verherrlicht.
[...] Das Wunder der Auferstehung macht den verfrühten Jubel
verstummen und verbreitet großen Schrecken. Doch nicht zu
erneuter Wirksamkeit werden die Zeugen ins Leben
zurückgerufen, sondern um in gleicher Weise wie ihr Herr und
Meister, ‚der treue und wahrhaftige Zeuge’ (3,14),
verherrlicht zu werden, nachdem sie sein Los bis in den Tod hinein mit
ihm geteilt haben. [...] Der Eindruck dieser Wunder auf die Menschen
wird noch dadurch erhöht, daß gleichzeitig mit ihnen
eine Bestrafung der Mörder stattfindet; ein starkes Erdbeben
bringt ein Zehntel der Stadt zum Einsturz und begräbt
siebentausend Menschen unter den Trümmern. Die
Überlebenden erkennen in der Katastrophe Gottes Strafgericht
über ihre Untat; durch dieses doppelte Bekenntnis Gottes zu
seinen Zeugen wird erreicht, was diese selbst durch ihre Predigt nicht
zustande gebracht hatten, die Bekehrung und damit die Beendigung des
großen Abfalls in der Christenheit. Das Gericht, das
‚bei dem Hause Gottes’ begann (vgl. 1 Petr 4,17;
Jer 25,29; Ez 9-11), ist diesem zum Heil geworden“ (S. 52).
Schick vergleicht ebenfalls die
Auferweckung der beiden Zeugen mit der Auferweckung Jesu und schreibt:
„Das Ereignis ihrer Erweckung wie ihrer nachfolgenden
Aufnahme in den Himmel spielt sich, anders als dieselben Ereignisse im
Leben Jesu, vor den Augen der erschreckten Gegner ab. Gott hat sich in
ihnen stärker gezeigt als alle Macht des Tieres, für
das die Masse Partei ergriffen hatte; der Jubel der ‚Bewohner
der Erde’ schlägt daher jäh um in Angst und
Schrecken, denn sie ahnen Gottes Strafgericht, das sich sogleich in
äußeren Vorgängen anzeigt. Wie auch bei der
Auferweckung Jesu entsteht ein großes Erdbeben (vgl. Mt
28,2), das ein Zehntel der Stadt in Trümmer legt und die
entsprechende Anzahl von Menschen unter dem Trümmerhaufen
begräbt. Das Zwischenstück endet mit der
tröstlichen Feststellung, daß infolge der Ereignisse
an den toten Zeugen das eintritt, was diese selbst mit ihrer Predigt
nicht erreicht hatten: Die Überlebenden gehen in sich, der
große Abfall in der Christenheit ist beendet und
schlägt um in Wiederbekehrung“ (S. 123).
Die Vision von Fatima schildert
demnach gar nicht so sehr den großen Abfall und die Krise der
Kirche. Sie setzt diese vielmehr bereits voraus. Was sie eigentlich
darlegt, das ist die große Bekehrung, die diesem Abfall
folgt, hervorgerufen offenbar durch ein besonderes und wunderbares
Eingreifen Gottes. Papst, Bischöfe und Ordensleute –
und mit ihnen sicherlich auch Priester und Laien – bekehren
sich zum Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, zum heiligen
Meßopfer, und sie treten die Nachfolge unseres Herrn an
hinauf auf den Kalvarienberg, um sich mit ihm zu opfern, Buße
zu tun für alle Sünden und Verfehlungen und den Samen
zu streuen für eine Erneuerung der Kirche und der Welt aus dem
Glauben, einen Samen, der nichts anderes sein kann als ihr eigenes
Märtyrerblut, vereint mit dem Blut Christi im heiligen
Meßopfer. nach oben
Ein schönes Bild
für diese bekehrte Kirche, die bereit ist zum Martyrium,
findet sich auch in der Apokalypse, und auch dort auf einem Berg:
„Ich schaute, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und
mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die seinen Namen tragen und den
Namen seines Vaters, geschrieben auf ihren Stirnen. Und ich
hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler
Wasser und wie das Rollen eines starken Donners, und die Stimme, die
ich hörte, war wie von Harfenspielern, die ihre Harfen
schlagen. Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier
Wesen und den Ältesten, und niemand konnte das Lied erlernen
als die hundertvierundvierzigtausend, die losgekauft sind von der Erde.
Es sind jene, die sich mit Frauen nicht befleckt haben; denn
jungfräulich sind sie. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. Sie
wurden losgekauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und
das Lamm. In ihrem Mund wurde keine Lüge gefunden; makellos
sind sie vor dem Thron Gottes“ (Off 14,1-5).
Anhand dieser Schilderung
können wir uns gut vorstellen, was für ein
strahlendes Bild die Kirche nach ihrer Reinigung und Läuterung
abgeben wird. Diese „144000“ sind keine
„Taufscheinchristen“, die zwar den Namen unseres
Herrn Jesus Christus und seines himmlischen Vaters bei Taufe und
Firmung in ihre Seele eingeprägt erhalten haben, davon jedoch
nichts merken lassen; sie sind echte Christen, die diesen Namen
sichtbar, „geschrieben auf ihren Stirnen“ tragen.
144000 ist dabei die Zahl der Vollkommenheit (12x12x1000). Die Kirche
wird also hier ihre höchste Vollkommenheit erreicht haben.
Lesen wir den Kommentar der
Echter-Bibel: „Das Lamm (Christus) steht inmitten der Seinen
auf dem Berge Sion, dem Tempelberg in Jerusalem. Das Bild
schließt lokal und gedanklich an 11,1f an; das Heiligtum ist
zwar ringsum von Feinden umstellt, in sein Inneres aber können
sie nicht einbrechen, ‚die dort anbeten’ sind ihnen
nicht erreichbar. Diese Festung hält stand, weil sie
behütet wird von dem, über den der Drache keine
Gewalt besitzt (12,5), der ihn bereits besiegt und geschlagen hat
(12,10f). Die Symbolik des Sionsbergs ist die gleiche wie in 11,1f; er
versinnbildet den heiligen Bezirk der Kirche der Endzeit; auf ihm sind
die Gläubigen versammelt um ihren dort residierenden
Messiaskönig...“ (S. 66).
Schick: „Mit einer
Charakteristik der Auserwählten schließt die
Schilderung; mittelbar liefert sie übrigens einen
Maßstab, an dem jeder ablesen kann, ob er sich zu ihnen
rechnen darf; eine schlichte, aber alles Wesentliche treffende
Bestimmung, was und wie Christen sind. Sie müssen ganz und
unbeirrbar auf der Seite Christi stehen; das erste, was in der bildlich
gemeinten Erklärung von ihnen ausgesagt wird, ist ihre
Jungfräulichkeit; in dieser Angabe klingen Worte Christi und
des Apostels Paulus nach, die denen die Ehelosigkeit empfehlen, die
ganz und ungeteilt für den Herrn und seine Sache
verfügbar sein möchten (Mt 19,12; 1 Kor 7,32-34; 2
Kor 11,2). Sicherlich spielt auch die Gegenvorstellung mit hinein, die
gleich im folgenden auftaucht (14,8); die Hörigkeit
gegenüber dem Tier ist dort bildlich ausgedrückt als
Buhlschaft mit Babylon, dem Sinnbild für die Hauptstadt des
antichristlichen Reiches (vgl. 17,2; 18,3.9; 19,2). Ehebruch und
Unzucht sind bei den Propheten Israels häufige Bilder
für Abfall und Götzendienst (...). Die symbolische
Deutung der Jungfräulichkeit verdient den Vorzug, weil in der
Vision keine besondere Gruppe, sondern die Kirche als ganze in
Erscheinung tritt. Später wird sie ebenfalls in ihrer
Gesamtheit in einem sinnverwandten Bild vorgestellt als die
jungfräuliche Braut des Lammes (19,7; 21,2.9;
22,17)“ (S. 156).
Und weiter: „Die Freiheit
vollkommener Liebe bindet die Auserwählten an ihren Herrn; sie
stehen zu ihm in unbedingtem Gehorsam und folgen ihm auf allen Wegen,
die er sie führt. Ihre Bereitschaft schreckt vor nichts
zurück; selbst wenn er sie den Weg führt, den er
selbst als Mensch gegangen ist durch Verfolgung und Tod zur
Verherrlichung, werden sie das Blutzeugnis nicht verweigern“
(ebd.).
Die erneuerte Kirche also wird
„dem Lamm folgen“ hinauf nach Golgotha, um dort
sein Schicksal zu teilen, um von denselben Mächten, die auch
ihm den Tod bereiteten, getötet zu werden. Bezeichnenderweise
sind es in der Fatima-Vision „Soldaten“, von denen
die Märtyrer erschossen werden, ebenso wie unser Herr Jesus
Christus von Soldaten gekreuzigt worden ist.
Gemäß der
Fatima-Vision wird sowohl der Papst das Martyrium erleiden als auch
Priester, Bischöfe und Ordensleute sowie Laien. Aus allen
Ständen der Kirche also wird Blut fließen
müssen, so wie auch alle Stände der Kirche vom Abfall
betroffen gewesen sind. nach oben
Ihr
Martyrium wird freilich nicht umsonst sein. Ihr Blut wird
fließen zur Bekehrung der Welt. „Am Ende aber wird
mein Unbeflecktes Herz triumphieren“, verheißt die
Muttergottes in Fatima, „der Heilige Vater wird mir
Rußland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird
eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“ Von dieser
„Zeit des Friedens“ weiß auch die
Apokalypse zu berichten, denn sie spricht von einem
„tausendjährigen Reich“, das dadurch
gekennzeichnet wird, daß Satan in dieser Zeit gefesselt ist,
während die Märtyrer und Bekenner aus der Zeit der
Kirchenverfolgung zur Herrschaft gelangen (Off 20,1-6).
Dazu Schick: „Daraus
läßt sich nun auch einiges folgern für den
Zustand und die Verhältnisse der Kirche auf Erden
während dieser Zeit, in der Satan keine Macht hat. Er kann
sich in dieser Zeit weder dämonischer noch menschlicher
Werkzeuge zum Kampf gegen das Volk Gottes bedienen (vgl. 19,20; 20,3).
Auf die Epoche der Bekämpfung folgt für die Kirche
eine Friedenszeit von außen und im Innern. Die Herrschaft
Christi und seiner Heiligen, ihr Triumph im Himmel werden sich dann
auch entsprechend auf der Erde widerspiegeln können in der
Verfassung der menschlichen Gesellschaft als solcher wie ihrer
einzelnen Gruppen.[1] Nachdem der
Einfluß der dämonischen Mächte auf die
Geschichte [weitestgehend! Anm.] unterbunden ist, kann die Lage, die
dadurch auf Erden entstanden ist, im geistigen Sinn auch als eine
Machtergreifung Christi und seiner Heiligen aufgefaßt werden;
die Ausbreitung des Evangeliums unter den Menschen könnte frei
ihren Lauf nehmen, und seine Auswirkung auf die menschliche
Gesellschaft bliebe unbehindert. Allerdings ist mit der Entmachtung des
Teufels [Luzifers; Anm.] das Böse nicht vollständig
aus der Menschheit verbannt. Die andere Quelle des Bösen, das
menschliche Herz, dessen ‚Trachten böse ist von
Jugend auf’ (Gn 8,21), bleibt bestehen. Verkehrtheit und
Sünde werden daher ebenso wie Unheil und Tod auch
während dieser irdischen Friedenszeit der Kirche nicht aus der
Welt verschwinden; die paradiesische Ursprünglichkeit ist der
Erde damit noch nicht zurückgegeben“ (S. 214f). Das
wird erst nach dem Ende der Welt der Fall sein. Doch davon spricht die
Muttergottes in Fatima offensichtlich nicht, auch nicht im
„Dritten Geheimnis“. nach oben
Wolfgang Trilling
(Hrsg.): Die Apokalypse, erläutert von Eduard Schick,
Düsseldorf 1988 (Bd. 23 der Reihe „Geistliche
Schriftlesung“)
Karl Staab
(Hrsg.): Die Heilige Schrift in deutscher Übersetzung
(Echter-Bibel), Das Neue Testament, Würzburg 1952
Die Heilige
Schrift des Alten und Neuen Testamentes mit dem Urtexte der Vulgata
(Biblia Sacra), übersetzt und mit erklärenden
Anmerkungen versehen von Augustin Arndt SJ, Regensburg-Rom 1914, Bd.
III
[1]
Dennoch wird die Fesselung des Luzifer, wie sie die Apokalypse
berichtet, nicht die vollständige Entmachtung der anderen
Teufel bedeuten, da auch in diesem 1000jährigen Reich die
Gesetze des Heils nicht fundamental verändert werden, wie
gewisse falsche Millenaristen und Charismatiker meinen. Weiterhin wird
der Kreuzweg Christi für die Christen den Weg zum Himmel
bedeuten.