Die Erweiterte Realschule Herz Jesu
Die Erweiterte
Realschule Herz Jesu hat ab der 7. Klasse sowohl einen Haupt- als auch einen
Realschulzweig. Da im Sommer 2007 das Don-Bosco-Gymnasium in Diestedde
aufgegeben werden musste, bietet sie auf freiwilliger Basis auch einen
Lateinkurs an. Somit können außer Englisch auch noch Französisch und Latein
erlernt werden, um den begabteren Schülern die Voraussetzungen mitzugeben,
später auch noch das Abitur zu machen.
Seit dem Sommer 2006
befindet sich die Schule in einem von der Stadt angemieteten Schulgebäude in
Saarbrücken-Fechingen. Durch einige Umbauarbeiten wurde im Sommer 2007 wenigstens
Platz für ein kleines Internat für acht Schüler geschaffen. Die übrigen
auswärtigen Schüler müssen privat untergebracht werden.
Zielrichtung der
Schule
Unser Erziehungswerk
in Saarbrücken richtet sich in erster Linie an katholische Familien, die der Tradition
der Kirche verbunden sind. In der heutigen Vielzahl von Neuerungen und
Lebensauffassungen auch innerhalb der katholischen Kirche wollen wir dem
unveränderlichen Wesen der Kirche treu bleiben. Hier sollen die Glaubenswahrheiten
unverletzt und unverändert vermittelt werden, wie sie in den überlieferten
Katechismen enthalten sind und in der erhabenen und prägenden Liturgie der heiligen
Messe im so genannten ?tridentinischen? Ritus ihren höchsten Ausdruck finden.
Es gilt also weder neue Werte zu schaffen noch in den alten zu erstarren,
sondern die alten, stets gültigen Werte für unsere Zeit neu zu erwerben.
Maßgeblicher Leitfaden
für das Erziehungsziel ist die Erziehungsenzyklika von Papst Pius XI. ?Divini
illius magistri?
vom 31. Dezember 1929, in der es heißt:
?Niemals dürfen wir aus dem Auge
verlieren, dass Gegenstand der christlichen Erziehung der ganze Mensch ist, der
Geist mit dem Körper verbunden zur Einheit der Natur, mit allen seinen
natürlichen und übernatürlichen Fähigkeiten, wie wir ihn aus Vernunft und
Offenbarung kennen – somit der aus seinem paradiesischen Urzustand
gefallene Mensch, der von Christus erlöst und in seiner übernatürlichen
Stellung als Adoptivsohn Gottes wieder eingesetzt wurde ??
?Von der zartesten
Kindheit an sind daher die ungeordneten Neigungen zu verbessern, die guten zu
fördern und zu ordnen. Vor allem muss der Verstand erleuchtet und der Wille gefestigt
werden mit übernatürlichen Wahrheiten und Gnadenmitteln??
?Eigentliches und
unmittelbares Ziel der christlichen Erziehung ist die Mitwirkung mit der Gnade
Gottes bei der Bildung des wahren und vollkommenen Christen: ... Der wahre
Christ muss ja das übernatürliche Leben in Christus leben... und es in seinem
ganzen Tun offenbaren ...?
?Deshalb umfasst
gerade die christliche Erziehung den ganzen Bereich des menschlichen Lebens,
des sinnlichen und übersinnlichen, des geistigen und sittlichen, des Lebens des
Einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft, nicht um es irgendwie einzuengen,
sondern um es zu erheben, zu ordnen und zu vervollkommnen nach dem Beispiel und
der Lehre Christi.?
Bildung umfasst den
ganzen Menschen: Natur und Übernatur. Zur Natur gehören Verstand, Wille, Gemüt
und körperliche Kräfte. Diese werden geformt durch familiäres Gemeinschaftsleben
und durch musische und sportliche Aktivitäten. Die Übernatur wird entfaltet
durch Gebet und Sakramentenempfang. Nur wenn beide Lebenskeime – Natur und
Übernatur – gedeihen, kann der Christ seine volle Lebenserfüllung hier
auf Erden finden und seine Berufung zur ewigen Herrlichkeit verwirklichen.
Aus eigener, freier
Überzeugung nach dem Willen Gottes leben, nicht egoistisch nach Lust und Laune,
die von Gott erhaltenen Talente entfalten, pflicht- und verantwortungsbewusst
sein, dies wäre das gewünschte Resultat einer solchen Erziehung, die nicht nur
auf ein Fachwissen zielt, sondern auch auf Bildung der Gesinnung und des
Charakters.
Die Erziehungsmethode
des hl Johannes Bosco
Als Vorbild für unsere
Erziehungsarbeit wurde der hl. Don Bosco gewählt, der einer der begabtesten und
erfolgreichsten Erzieher der Christenheit war und zahlreiche Generationen von
Jugendlichen in aller Welt geprägt hat und bis heute prägt. Er hat unserem
Schulverein auch den Namen gegeben.
Seine
?Präventivmethode? besteht darin, dass der Jugendliche mit solch liebevoller
Wachsamkeit betreut wird, dass er gar nicht auf schlechte Ideen kommt. Dies
setzt ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Erziehern und Jugendlichen
voraus: ?Wenn ihr wollt, dass man euch gehorcht, seht zu, dass man euch
liebt?,
so der hl. Don Bosco.
Hand in Hand mit
dieser behütenden Begleitung der Jugendlichen liegt es aber v. a. im Aufgabenbereich
des Erziehers, den jungen Menschen bei der Werterfassung und der Entfaltung
ihrer Persönlichkeit Hilfestellung zu leisten. ?Das Wichtigste ist, in ihnen
die Anzeichen ihrer guten Anlagen zu entdecken und für deren Entwicklung zu
sorgen.?
Die Methodik der
Vorsorge fußt auf dem Glauben an den einmaligen, entwicklungsfähigen Menschen,
der in seinen Ängsten, Sorgen und Misserfolgen angenommen und in seinen Fähigkeiten
und Interessen, Hobbys und Vorlieben gefördert werden soll. Das setzt voraus,
dass die Erzieher in möglichst engem Kontakt mit den Jugendlichen leben und
Unsicherheiten und Probleme diskret erkennen, um rechtzeitig auf der Ebene des
Vertrauens eingreifen zu können. Diese Vertrauensbasis wird aufgebaut und
vertieft durch das gemeinsame Tun in allen Alltagssituationen.
?Don Bosco sah in
der erzieherischen Vorbeugung und Bewahrung einen wichtigen, aber in der
zwangslosen Mithilfe zur Bildung der sittlichen und wertgeöffneten
Persönlichkeit des Zöglings doch den wesentlichen Teil seiner erzieherischen
Aufgabe. Er führte den Jugendlichen ein in die tiefen, beglückenden Wahrheiten
einer erhabenen Religion, er lehrte ihn in Gewissensbildung und
Willenserziehung selbständig, rechtschaffen und gut zu denken und zu handeln,
er gab ihm eine gute geistige und berufliche Ausbildung, öffnete seine Augen
für die Schönheiten der Natur und der Kunst und ertüchtigte auch seinen Körper
durch gesunde Pflege, durch Wandern, Spiel und Sport? (Enders, Die
psychologische Begründung der Erziehungsmethode Don Boscos als Ursache seiner
pädagogischen Erfolge,
München 1951).
Religion, Vernunft und
Güte sind für Don Bosco die drei Grundpfeiler seiner Erziehungsmethode. Durch
diese Hauptprinzipien müssen sich die Erzieher stets bestimmen und leiten
lassen: Vernunft in Form von gesundem Menschenverstand und Religion in der Form
jener sanften Liebe, die die Seelen der Zöglinge gewinnt und sie zu Freunden
macht. ?Meine Methode stützt sich ganz auf die Vernunft, die Religion und
herzliche Liebe. Sie hält jede harte Bestrafung fern und sucht auch ohne die
kleineren Strafen auszukommen.? ?Die Ehrfurcht vor Gott und häufiger
Sakramentenempfang wirken Wunder unter der Jugend. Sie lernen dadurch, aus
Gewissenhaftigkeit und nicht aus Furcht vor Strafe zu handeln.?
Besondere Bedeutung
gewinnt in der gesamtheitlichen Betrachtung Don Boscos auch die Freizeitgestaltung,
die den Jugendlichen ein Betätigungsfeld in den Bereichen Sport, Musik, Theater
usw. eröffnet. Hierbei kann ein Gefühl von Selbstsicherheit, Angenommensein,
Freude und Erfolg vermittelt werden, so dass unweigerlich auftretende
Konfliktsituationen, in denen Einsicht und Selbstdisziplin erwartet werden, auf
dem Boden der Positiverfahrungen leichter zu verkraften sind.
?Man gewähre den
Zöglingen volle Freiheit zu springen, zu laufen und zu lärmen. Turnen, Musik,
Vortrag von Gedichten, Theater und Spaziergänge sind erfolgreiche Mittel für
Disziplin und Moralität und ebenso für die Gesundheit. Nur soll dafür gesorgt
sein, dass der Gegenstand der Erholung, die anwesenden Personen und der
Gesprächsstoff untadelig sind. ?Macht alles, was ihr wollt?, sagte der große
Jugendfreund Philipp Neri, ?ich bin zufrieden, wenn ihr nur nichts Böses tut.??
Die Lehrer und
Betreuer stehen den Schülern in der Nicht-Schulzeit zur Verfügung. Durch ihre
relativ kontinuierliche Präsenz schaffen sie die für die Kinder so wesentliche
Stabilität in der personalen Beziehung. Auch in den Hausaufgabenzeiten sind sie
für Fragen oder individuelle Nachhilfe ansprechbar.
Für Don Bosco war die
Freude ein ganz entscheidender Erziehungsfaktor. Dies erhellt beispielsweise
aus seinen Worten an die Mitglieder einer Kommission, die gekommen waren, um
seine Erziehungsarbeit in Turin zu besichtigen und die sich über die laute
Freude der Jungen wunderten: ?Wir lassen hier die Heiligkeit in der Fröhlichkeit
bestehen.? – ?Dienet dem Herrn in Freude?, war sein Motto, das
er seinen Jungen tief einprägte. Und diese heilige Freude bildete für ihn eine
wichtige Grundlage seines sozialen Werkes für eine gute Erziehung seiner
Schutzbefohlenen.
Zukunftsperspektiven
Da die Lage des
jetzigen Schulgebäudes sich als sehr geeignet erwiesen hat, möchten wir es
kaufen. Allerdings werden umfassende Renovierungsarbeiten und vor allem der
Anbau eines Internatgebäudes nötig sein, um alle Kinder unterbringen zu können.
Dafür werden freilich noch enorme Kosten aufzubringen sein.